| Von Kuchen, Kraut und Kakerlaken | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 9. September 2009 um 12:45 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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An Bierskoda geht zu Beginn ein persönliches Wort:
Zum einen trifft die von Dir am 3.9. zitierte Fabel im vorangegangnen Blog den Nagel auf den Kopf, zum anderen erkenne ich eine eher nicht alltägliche Offenheit in Deinen Dein Töchterlein betreffenden Schilderungen. Ich persönlich glaube, dass nur diejenigen Menschen echt nachvollziehen können, wie Dir zumute ist, die selbst Kinder haben und entsprechende Freuden oder ??ngste kennen. So wünsche ich Dir und der kleinen Melissa ehrlich einen glücklichen Verlauf ihrer Krankheit. Für die Grü??e von Golgatha Inri bedankt sich Papa artig, obwohl er sich im Geheimen fragt, welche Gedanken einen Menschen bewegen, der seinen Nick mit dem bekanntesten, geliebtesten und gleichzeitig auch gehasstesten Menschen der Vergangenheit und Gegenwart -und wohl auch der Zukunft- in Verbindung bringen möchte. Bleibt zu hoffen, dass er -Golgatha Inri- sich niemals zu den Napoleons, Hitlers, Erzengeln Gabriels, Mussolinis oder Jesussen zählt, die eine Heimat in den Häusern gefunden haben, die man allgemein mit Psychiatrischen Krankheiten in Beziehung sieht. - Seit einigen Tagen hängen sie wieder: An Laternen, an Gartenzäunen, an eigens errichtetem Ständerwerk, manche recht weit oben und in weiser Voraussicht schwer erreichbar, andere protzig und aufdringlich übergro??: Die Wahlwerbeplakate. Und sie lächeln uns entgegen, die Politiker und die, die es gern sein oder werden würden: Manche professionell retuschiert, mit gesunder Bräune und blütenwei??en Zähnen versehen und die Fältchen grafisch gestrafft. Ein Schelm, wer da behauptet, dass sie uns schon betrügen bevor sie überhaupt gewählt wurden. Oft strahlen sie uns nur entgegen, ein Name, ein Gesicht, irgendwo erkennbar, welcher Partei sie sich verschrieben haben. Manche jedoch haben uns etwas zu sagen: "Wir haben die Kraft". Und ich frage mich: Welche Kraft, woher nehmen und wofür verwenden? "Deutschland kann es besser" - Was kann es besser? Schulden machen, die freiheitlich- demokratische Grundordnung am Hindukusch verteidigen, Fu??ball spielen? - Besser als wer kann ES Deutschland? Als Polen, China, Amerika? "Arbeit sichern" - Das Pöstchen im Landtag, die Funktion im Aufsichtsrat, ein paar Jährchen im Landtag der Immunität und der Rente wegen? Oder sollte es ein ungewolltes Eingeständnis dessen sein, wie eng Politik doch mit der Wirtschaft verbandelt ist? Fährt man heute oder wohl auch in den nächsten Tagen die Friedberger Landstra??e in Frankfurt stadtauswärts, dann sieht man in Abständen von nur wenigen Metern drei Plakate ein- und derselben Partei. Zuerst wird gefordert: "Mindestlöhne- gerade jetzt". Vielleicht wird man mit dieser Forderung nicht gerade das Ziel des zweiten Plakates erreichen, denn "Reichtum für alle" wünscht sich lächelnd Gregors Konterfei wenige Meter weiter. Mögliche Träume bremst jedoch dann spätestens das dritte Plakat: "Reichtum besteuern". Und ich frage mich nach den Hintergedanken desjenigen Strahlemannes, der sich als "Anwalt für alle Tüchtigen" bezeichnet. Am letzten August- Wochenende war ich in Sachsen- Anhalt und las dort eine Parole, die im westlichen Teil unseres Landes wohl eher zu Stimmenverlusten geführt hätte: "Gleiche Renten in Ost und West". Als ich gestern nach Hause fuhr, sah ich zwei Mitmenschen, ethnologisch mit Sicherheit keine Mitteleuropäer, die sich offensichtlich an einem Wahlplakat zu schaffen gedachten. Heute früh dann das Ergebnis: Sie hatten unsere Angela mit jenem Kreuz auf der Stirn gebranntmarkt, welches wir Deutschen laut Gesetz nur noch unter bestimmten Voraussetzungen öffentlich darstellen dürfen. Au??erdem hatten sie ihr ein kleines Oberlippenbärtchen wachsen lassen. Ich erzählte dies heute morgen einem Kollegen und hörte sofort: Jaja, das braune Gesindel! Als ich jedoch erklärte, um wen es sich bei den Schmierfinken gehandelt haben könnte, kam lediglich ein lapidares "Ach so". Wahrscheinlich ist es uns so eigen, dass wir oft voreingenommen sind und Menschen in ein bestimmtes Klischee presse, á la "Heute gestohlen, morgen in ??" Die einen haben den Ruf, stets dem Trunke zu verfallen, die anderen sind die besten Liebhaber. Die da aus dem Lande dort sind besonders schmutzig und jene äu??erst faul. Und schlie??lich wollen die dort nur "unsere" deutschen Frauen.- Zum Abschlu?? folgt das Resümé: Ich bin froh, in diesem Lande zu leben; in einem Lande, in dem man auch eine mit spitzer Feder geschriebene Ansicht veröffentlichen kann. So- das waren meine Gedanken in der heutigen Mittagspause. Sie werden nicht jedermann interessieren, aber ich wollte sie mal los werden. Schöne Woche wünscht Papa |
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