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Guten Morgen, liebe Leute! Heute Nacht konnte ich irgendwie
gut schlafen. Trotz des Videos von gestern, das mich noch immer sehr
betroffen macht. Vielleicht lag's aber auch daran, dass ich das Thema
gestern noch mit der und dem durchgequatscht habe. Meine Mutter meinte,
es ist unmöglich, die Welt zu ändern, alleine. Stimmt ja auch - aber
der Gag ist, dass jeder denkt, er wäre alleine und deshalb lässt er es
gleich bleiben. Und dann passiert gar nichts. Und dann regen sich die
Leute darüber auf, dass sie ja nichts bewegen können. Hmmm.... Ach,
Käsekuchen! Hatte ich das Thema "Rollenverteilung"
schonmal angeschnitten? Ich brüte zur Zeit über einer Broschüre, die
primär an Mamis gehen soll. An Frauen, die gerade schwanger sind oder
eben schon ein Kind bekommen haben. Und hab' ich mich ein Bisschen
(mehr) darüber geärgert, dass in keinem Satz mal der Papa erwähnt wird
- oder gar die zusammengehörige Familie. Mag ja sein, dass
Meinungsforscher rausbekommen haben, dass sich eben immernoch eher die
Mütter Kram für ihre Kinder aneignen. Aber.... Und da komm' ich wieder
auf den obigen Absatz zurück.... Wenn es keiner ändert (und die Werbung
wäre meiner Meinung nach in der Position, "neue Trends" zu setzten oder
sie zumindest an den Mann (!) zu bringen), dann wird auch nichts
passieren. Und das im Jahr 2007! Wo kleine Mädchen ab 2 Jahren schon
ihren ersten Schminktisch und die 10te Barbie geschenkt bekommen und
die Jungs die Handwerkerbank oder die Ritterburg. Es ist zum Heulen,
wirklich. Wenn ich mir meinen kleinen Neffen ansehe und das, was er
seit seiner Geburt von Oma oder Uroma geschenkt bekommen hat, könnte
ich eine gefrorene Rinderhälfte an die Wand hauen. Nicht, dass seine
Mama und sein Papa das wollen - aber Uromas schenken nunmal gerne das,
was sie damals vielleicht auch gerne gehabt hätten. Und da fiel mir
auf: Bis zu ca. einem Jahr sind Spielsachen für Jungs und Mädchen
identisch, bzw. sind für beiderlei Geschlechter konzipiert. Irgendwie
"neutral": Bärchen, Blumen, Kleinkindermotive eben. Aber sobald diese
Kinder in die Phase kommen, als dass sie auf irgendeine Art und Weise
"formbar" sind, wird ihnen sofort irgendein Klischee aufgeschwätzt.
Siehe Werbung: "Du bist die Prinzessin... Mach Dich für Ken schön...
Räume Rein Haus ein... Koche wie Mama an Deinem Diner-Herd mit echten
Kochgeräuschen".... Na? Genau. Muss ja für Mädchen sein. Und
grundsätzlich alles in rosa, pink, hellblau, wei??.... Und mit
Klassik-Musik hinterlegt. Da sollen Mädels also schon mit 3, 4, 5
Jahren lernen, dass sie schön auszusehen haben und sich schminken
müssen und Ken gefallen und shoppen und telefonieren mit rosa Telefonen
ihre Lieblingsbeschäftigung sein muss. Ist das nicht.... Krass? Ich
meine, sicher, ich mag' die Farbe rosa auch. Schade aber, dass sie als
derartig tussig gilt - was nicht zuletzt die Schuld von den Menschen
ist, die es nicht besser wissen. Die meinen es wahrscheinlich nichtmal
böse. Sie wissen's einfach nicht besser. Und wenn der Sohn dann einen
Kinderwagen zum Geburtstag will, schreiben sie alle auf "Oh Gott, der
wird mal schwul!" oder so.... Völliger Blödsinn. Aber dann ärgern sie
sich alle wieder darüber, warum die Jungs, die im Kindergarten bei
"Vater, Mutter, Kind" mitspielen wollen, von den anderen ausgelacht
werden, weil es für Jungs ja typisch ist, dass sie lieber mit Autos
spielen und die Verbrecher jagen. Und Mädchen können ja eh viel besser
häkeln oder flechten. Jungs müssen doch immer die Welt retten, Kriege
führen, Ritter spielen.... Und dann soll da nochmal jemand fragen,
weshalb es soviele Kriege auf dieser Welt gibt und ich mich nicht an
einen einzigen erinnern kann, der von einer Frau entfacht wurde. Klar,
die war wahrscheinlich gerade mit Nägellackieren beschäftigt.... Oder
hat das Kind in den Kindergarten gebracht. Barbie-Werbung ist
besonders schlimm. Klar sieht man Barbie da auch als "Business-Lady" im
Tierarztkittel oder als Pilotin - aber irgendwie bleibt da ein Gefühl
von Unsicherheit. In der Werbung schiebt grundsätzlich Barbie den
Kinderwagen, Ken fährt dafür den rosa NewBeetle. Und er hilft Barbie
auch bei Zusammenklappen des Babybuggys und dabei, den im Kofferraum zu
verstauen. Weil Barbie das ja nicht selbst kann. Weil sie ja ein
Mädchen ist und Hilfe benötigt. Genauso ist es mit dem
Schönheitsideal: Wenn es in den Nachrichten hei??t, dass immer mehr
junge Mädchen (im Grundschulalter, zum Beispiel) schon unzufrieden mit
ihrer Figur sind, wunder ich mich darüber gar nicht. Wenn die seit
Ewigkeiten mit Puppen spielen, die eine Wespentaillie haben und Haare
bis zum Hintern (den sie wiederrum kaum haben) und riesige Brüste,
obwohl da kein Gramm Fett am Bauch zu sehen ist und die Proportionen
völlig unnatürlich und aus der Luft gegriffen sind.... Ja, Mensch, was
sollen denn die kleinen Kinder anderes denken? Und dann wollen sie mit
4 Jahren so erwachsen wie möglich sein (man führe sich in diesem
Zusammenhang ein krasses Beispiel zu Gemüte: Die kleine Tochter von
Kate Moss, Lila Grace, die gerade so aufrecht gehen kann - dafür aber
besser Handtaschen tragen, als ich) und verpassen dabei ihre halbe
Kindheit. Und den Rest verbringen sie dann mit ??bergeben. Oder sie
essen eine halbe Kiwi am Tag und erzählen, sie seien satt. Nicht,
dass ich was gegen das Frau-Sein habe. Ganz und gar nicht. Aber dieses
eiwge "so früh wie möglich in die Rolle pressen", das geht mir auf den
Zeiger. Kommentare dazu erbeten. Musik: "Travis" - "Why Does It Always Rain On Me?" Tessa. Sucht bei eBay jetzt nach "Matchbox"-Autos.
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